oder auch „Stand by me changes“
Doo Wop ist ein Musikstil der im afroamerikanischen Umfeld in den 1920er Jahren kreiert wurde. Der Name leitet sich von den typischen Nonsens-Silben her, wie z. B. Diddle-De- Dum, Du-Wah oder eben Doo-Wop. Wichtige Merkmale sind der mehrstimmige Gesang, der prägnante und deutlich von den anderen Stimmen abgehobene Bass sowie der häufige Einsatz von Falsett.
Die Blütezeit des Doo Wop fällt in die 1950er und frühen 1960er Jahre. Eine Doo-Wop-Grup- pe bestand meist aus vier oder fünf Mitgliedern: einem Leadsänger, einem Ersten Tenor, einem Zweiten Tenor, einem Bariton und dem Bass. Die Wurzeln dieses Stils liegen im Gos- pel, im Jazz, im Blues und im Barbershop-Gesang.
Zunächst waren Interpreten wie Publikum ausschließlich Afroamerikaner. Mitte der 1950er Jahre fanden weiße Jugendliche zunehmend Gefallen an der Musik der Schwarzen. So schafften die ersten Doo-Wop-Titel den Sprung in die US Charts.
Harmonische Grundlage für diesen Musikstil ist eine sehr melodisch klingende Akkordfor- mel, die in dieser Tradition häufig zum Einsatz gekommen und unter dem Namen Doowop 50‘ Progression oder einfacher: Stand by me Changes in die Geschichte der Popularmusik eigegangen ist. Sie ist eigentlich schon sehr alt, wir finden sie z.B. auch in dem alten engli- schen Folksong „Whiskey in the Jar“ wieder.
Besonderes Kennzeichen sind dabei die vielen sehr melodischen Möglichkeiten Bassläufe zu kreieren. Probier das unbedingt aus, dann macht die ansonsten für heutige Ohren etwas an- gestaubt klingende Formel sehr großen Spaß! Ausserdem bietet sie viele Möglichkeiten har- monischer Erweiterungen, z.B: mit Zwischendominanten die Du noch kennen lernen wirst. Zunächst spiele Dich aber mal durch die unten stehende Songliste, jawoll die Songs kann man alle damit spielen, manchmal gibt’s ne kleine Abweichung, meist aber keine große versuch die normalen Kadenzmuster wenns mal nicht weitergeht. Viel Spaß dabei.
I-VIm-IV-V
Stand by me
Diana 3 / 5
Where have all the flowers gone 5 6 5 4/5 4 b3 All you have to do is dream 3 2 1 5 / 1
Lets twist again 3 2 3 2 / b3 1
Return to Sender 5 3 5 / 1 5
Please Mr.Postman 5 5 6 5 /1 b7…2 1 Octopus‘s Garden 5 6 5 / 5 b6 5
Don‘t know much about… 3 5 6 3 2 / b3 4 b3 Mr Bo Jangles 3 9 3 / 5 4 b3
Redemption Song 2.Teil vers minutes.. Whiskey in the jar 3 5 6 5 3 / 1 2 1 5
Moon River 5 / 4 b3
Crocodile Rock
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Varianten zur Doovop Formel
I-VIm-I-VIm-IV-V
Pretty Woman 3 2 1 3 / 4 b3 5 Mrs Robinson 3 4 /5 4 b3 Hallelujah 5 / 1 / 5 / 1
I-VIm-IV-V-I
Stand by me 3 5 6 3 5 / b3 4 5 4 b3 Every breath you take 3 4 3 2 / b3 5 b6
IV / V / I / VIm
Have you ever seen the rain Refrain
I-VIm-V-I
The Boxer 5 6 5 3 4 5 1 7 / 1
I-VIm-V-IV-I
Country Roads 5 6 5 / 1 b7 1 b3
I-IV-VIm-V
More than a feeling (Boston) She Drives Me Crazy
VIm-V-IV-I
Let it be Refrain

Die neue Vallesantacorde CD ist da!

wenn das kein schönes Weihnachtsgeschenk ist…

96 Päckchen mit unsrer brandneuen CD “VAGABONDO” sind diese Woche schon auf die Reise gegangen!
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vsc-cd

Akkordloops (Turnarounds)

Gerade in der improvisierten Musik und bei Fetenhits ist man immer auf der Suche nach gut klingenden Kurzformeln, die Basis für Improvisationen sein können ohne dass man sich um eine Songform kümmern muß. Diese Kurzformeln, und es gibt eine Menge davon, nenne ich Akkordloops. Sie können stundenlang im Kreis laufen, während man einfach abrockt. Wich- tig dabei ist, dass sie so gestrickt sind, dass man es möglich nicht merkt, wenn man immer dasselbe im Kreis spielt.

Das ist gar nicht so einfach, man will ja nicht alle 4 Takte die Leute merken lassen, dass man schon wieder zu Hause ist. Genau das ist aber bei der klassischen Kadenz der Fall, man bewegt sich von der I (Tonika), dem tonalen Zentrum, hin zur IV(Subdominante) hin zur V(Dominante) um von ihr aus mit wichtige Leittonschritten wieder bei der Tonika anzukom- men. Dabei ist die I Start- und Zielpunkt, und somit 1. auf der Schwerzeit im harmonischen Rhythus und darüber hinaus auch noch doppelt so lange zu hören wenn man im Kreis spielt. Das wird also schnell langweilig. Schon kleine Umstellungen können aber schnell Abhilfe schaffen, ich stelle schon mal drei vor.

I-IV-V-V

La Bamba 3 1 / – / b7
Twist and shout
Like a rolling stone chorus Lick
Leaving on a Jetplane … I hate to wake you up to say goodby

Na, erstaunliche Wirkung oder? Die gleichen Akkorde, die gleiche Reihenfolge, noch nicht mal der IV-V Trick wird angewendet. Nur der letzte Akkord wird nicht als I gespielt, sondern die V wird wiederholt. Schon kann man hippe Hits kreieren, wenn man die Akkordfolge nur im Kreis laufen lässt. Was hat diese Veränderung hervorgebracht? Die Akkorde sind anders gewichtet! Die V bekommt viel mehr Bedeutung, die I steht zwar weiterhin am Anfang, wird aber im Kreisel eher als Durchgangsakord wahrgenommen. Das gibt der alten Kadenz einen ganz anderen Charakter, so funktioniert sie in neuem Gesicht als Akkordloop.

I-IV-I-V

Der Kwela Loop!
Kwela, auch Pennywhistle-Jive, ist die Bezeichnung einer jazzorientierten südafrikanischen Musik aus den 1950er Jahren. Charakteristisch ist die Verwendung der Blechflöte (Penny- whistle) als Melodieinstrument.
Inspiriert durch Musiker wie Lester Young, Count Basie und anderen Musikern der Swing-Ära entstand in den Townships Südafrikas in den 1950er Jahren die Kwela-Musik. Sie beruht auf dem Marabi Sound und hat einen fröhlichen Charakter. Kwela ist geprägt von einem ra- schen, vorandrängenden Rhythmus. Trotz des nordamerikanischen Einflusses ist der Kwela nach einer Analyse von dem Musikethnologen Gerhard Kubik „erstaunlich reich an afrika- nischen Elementen“. Dabei sind die Themen der Stücke meist auf kurzen Ablaufformen, zwei- bis viertaktigen melodischen Motiven, aufgebaut, wie sie aus der traditionellen Musik Afrikas bekannt sind. Blue Notes kommen in zahlreichen Kwela-Stücken vor.
Kwela wurde auf den Straßen Südafrikas zumeist in einer Skiffelband-Besetzung gespielt: ein bis drei Pennywhistles, speziellen Metallblockflöten der deutschen Firma Hohner, ein aus einer Teekiste gebauter einsaitiger Bass, einer Gitarre und einer Rassel, zum Beispiel einer mit Kirschkernen gefüllten Flasche. Diese Musik war in den 1950er Jahren sehr be- liebt, es wurde mit schwingenden Bewegungen zu ihr getanzt.
Afrikanische Jazzmusiker nahmen die neu entstandene Spielweise auf und transferierten sie in den südafrikanischen Jazz; später entstand aus ihr der Cape Jazz.

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Das Wort kwela stammt aus dem isiZulu und bedeutet „hinauf“, wurde aber als „kwela- kwela“ auch für Polizeiautos verwendet. Damit wird einerseits eine Einladung zum Tanz verbunden, aber auch eine Warnung vor Polizeirazzien in den illegalen Schanklokalen. Milord benutzt auch den Kwela Loop! In Deutschland wurde das dann zu: „Da hat das rote Pferd sich endlich umgegehrt…“

Milord
I-IV-I-V
Milord 3 b3 3 .. / 6 5 3 5 6 b7 /3 5 1 3 Teach your children

Das ist der Fetenknallerloop, alle schunkeln mit und singen das stundenlang. Dabei klingt es aber weniger nach Popmusik, nur die Melodietöne machen den Song bluesig (später mehr davon) ansonsten bleibt der Loop eher klassisch dem althergebrachten Kadenzgefüge ver- haftet, nur die doppelte I wird durch eine kleine Umstellung vermieden, aber schon funkti- onierts als Loop.

Sweet Home Alabama
V IV / I / I
Hier erkennen wir sofort die Blues und Rocktypische V-IV Folge. V-I wir ganz vermieden, deshalb macht es nichts, wenn wir 2 Takte auf der I verweilen. Ein Klassiker unter den ro- ckigen Loops.

Wer von euch hat nicht schon mal am Lagerfeuer gesessen und innerlich geflucht weil er einen Lieblingssong nicht auf der Gitarre begleiten konnte, sei es weil er nicht im Liederbuch stand, sei es weil die Taschenlampe versagte?
Wer hat sich schon mal gefragt, ob hinter den Akkordfolgen der populären Songs nicht irgendeine Logik steckt, die einmal begriffen, ihn möglicherweise befähigen könnte alle möglichen Songs aus- wendig nach dem Gehör zu begleiten?
Wer hat schon mal an besonders schönen Stellen im Lied Akkorde entdeckt die aus dem gewohnten Rahmen zu purzeln scheinen und sich gefragt wie sie zu Stande kommen?
Wer hat sich schonmal gefragt warum manche Akkordfolgen eher rockig, andere, eher poptypisch oder bluesig klingen?
Wer hat sich schonmal darüber gewundert, das die scheinbar einfachen Akkordfolgen in Rocksongs etwa der Stones oder Nirvana doch so wenig mit der klassischen Kadenz zu tun haben, die der Leh- rer in der Schule immer als die Akkordfolge schlechthin pries?
Wer wollte schon einmal einen eigenen Song komponieren und fühlte sich auf der Suche nach geeig- netem harmonischen Material etwas verloren?

All diesen Fragen möchte dieses Buch auf die Spur kommen. Es stellt alle gängigen Harmonischen Bausteine vor und beleuchtet sie auf dem Hintergrund der musikalischen Entwicklungen der Po- pularmusik. Dabei wird auf eine Darstellung in klassischer Notenschrift vollständig verzichtet. Das Verständnis dieser Musik setzt keinerlei Notenkenntnisse voraus.

Ausserdem werden einige bedeutende Songs in genauen Analysen unter die Lupe genommen. Es werden dabei nicht nur die Akkorfolgen, sondern auch die Bedeutung von Melodieverläufen und Textbeziehungen, sowie die Entstehungsgeschichte der Songs beleuchtet. Das Buch dient nicht nur als Leitfaden zur musikalischen Analyse, sondern möchte eine vergnügliche Lektüre für jeden mu- sikbegeisterten Menschen sein.

Sollte es während der Lektüre hier und da vorkommen, dass theoretische Erwägungen zu kompli- ziert erscheinen, lass Dich nicht entmutigen, lies einfach weiter.

Um einem harmonischen Bauplan auf die Spur zu kommen, reicht es nicht aus die normalen Ak- kordbezeichnungen (C F G7 …) zu betrachten. Die Gemeinsamkeiten der musikalischen Strukturen werden erst deutlich, wenn man
1.alle Songs vom gleichen Grundton aus betrachtet

2.die Akkordfolgen als harmonische Funktionen begreift
Damit meine ich die musikalische Wirkung von Harmonien, die entweder als eine Art Heimathafen, oder auch als Strebeklänge wahrgenommen werden die sich zu anderen Harmonien hin entwickeln wollen. Deswegen werden im Buch nur vereinzelt die herkömmlichen Akkordbezeichnungen auftau- chen. Ich benutze zur Darstellung die Stufenfunktionen. I II III IV … ect
Das mag zunächst gewöhnungsbedürftig sein, um der Sache aber auf den Grund zu gehen, und die oben gestellten Fragen zu beantworten ist es unumgänglich. Diese Darstellung hat überdies den riesigen Vorteil, daß man auf diese Weise alle Songs auch problemlos in jede gewünschte Tonart transponieren Kann.
Ausserdem werde ich mit ganz wenigen Akkorden beginnen und Stück für Stück weitere hinzufügen, so daß man sich langsam an die neue Lesart gewöhnen kann. Die beigefügten Tafeln ermöglichen es überdies, die Funktionen sehr leicht Akkorden zuzuordnen und den harmonischen Zusammenhang übersichtlich zu erfassen.
Akkorde allein machen die Musik nicht aus. Ganz wichtig ist es die Melodien in die Betrachtung mit- einzubeziehen. Die Beziehung der Melodietöne zu den Harmonien werden als Intervalle angegeben. Hierzu benutze ich die arabischen Zahlen 1 2 3 4 etc. auch hieran wirst Du dich schnell gewöhnen. Also los! Gehen wir auf die Suche nach den Harmonischen Schlüsseln der Popularmusik, auf eine Reise die uns die Entwicklungen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den vielen Stilistiken unserer Lieblingsmusik aufzeigen wird. Have Fun!

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