Die Pachelbelformel

 Die IIIm wird hinzugefügt

die Pachelbelformel wird komplett

Mit der IIIm erhalten wir einen Akkord, der sowohl als Vertreter der I (Tonikagegenklang) gelten kann, als auch als Vertreter der V (Dominantparallele). Mit beiden Funktionen teilt er 2 Töne. Die IIIm bringt eine weitere warme mollfarbe ins harmonische Geschehen.

Akkordvorrat
I CEG – 1 3 5
IIIm E G B – 1 b3 5
IV FAC-135
V7 G B D F – 1 3 5
VIm A C E – 1 b3 5

Wenn wir die IIIm hinzufügen, können wir unseren „4 chords“ Poploop erweitern und den Kanon von Pachelbel in seiner Originalform spielen:

Pachelbel‘s Kanon I-V-VIm-IIIm-IV-I-IV-V

 

 

-Fangt wieder mit der „ostinaten“ (stoisch sich wiederholend) Bassfigur an. -Hört euch den Kanon im Original immer wieder an und singt die Melodien mit. -Spielt die Akkordfolge durch und singt die Kanonmelodien dazu
-Erfindet eigene Melodien!
-Habt Spaß, improvisiert und seid erfinderisch!

 

Streets of London

 

 

ist ein Lied, das von Ralph Mc Tell geschrieben und ab Anfang der 1970er Jahre ein Hitpara- denerfolg in Europa wurde. Das Stück wurde von McTells Erfahrungen inspiriert, die er be- sonders in London und Paris machte, während er als Straßenmusiker durch Europa trampte. Streets of London stellt die Probleme der Durchschnittsbürger denen der Obdachlosen, der einsamen Alten und der ignorierten und vergessenen Mitglieder der Gesellschaft gegenüber. Das Stück basiert im Vers fast vollständig auf der so oft adaptierten Pachelbelformel. Nur der 7. Takt wurde verändert und statt der IV die II7 eingefügt. Wir haben die II7 noch nicht besprochen, weiter hinten im Text, im Kapitel „Zwischendominanten“ wird sie erklärt. Das Lied ist ein All Time Standard im Gitarrenrepertoir eines jeden Lagerfeuervirtuosen.

 

Streets of London

Pachelbelformel ! vers
I / V / VIm / IIIm
IV / I / II7 / V7
I / V / VIm / IIIm
IV / I / V7 / I chorus
IV / IIIm / I V / VIm II/II7/V /V7 I / V / VIm / IIIm IV / I / V7 / I

City of New Orleans

 

 

ist der Name eines täglich verkehrenden Fern-Personenzuges, auf einer 1490 Kilometer langen Route zwischen Chicago, Illinois, und New Orleans, die Fahrzeit liegt bei 19,5 Stun- den. Seit 1971 fährt er nicht mehr… Steve Goodman fand das so traurig, dass er 1971 ein Lied für den armen Zug schrieb… nun ja, ich hab auch schon mal ein Stück für mein armes abgestürztes Auto geschrieben, aber das nur am Rande. Steve widmete den Song Arlo Guth- rie, der ihn zu einem oft adaptierten Mega Hit machte, unter anderem gespielt von Johnny Cash und John Denver.

Mir gefällt der Song ausgesprochen gut, er hat eine abwechslungsreiche Form und wartet mit einigen wunderschön komponierten Wendungen und Klangfarben auf. Er eignet sich hervorragend als melodisches Pickingstück und fordert die Sänger zum Auffinden von zwei- ten Stimmen heraus.

Wenn ihr mal schaut, fällt zunächst die drei teilige Form auf. Vor den Chorus ist ein über- leitender Teil eingefügt, man nennt ihn pre Chorus. Der Vers beginnt sehr unschuldig mit ei- ner traditionellen Kadenz unter Hinzufügung der warmen VIm. Der pre Chorus nimmt dann diese warme Klangfarbe auf und verweilt 2 Takte auf ihr, der Zug scheint in dieser Wendung Fahrt aufzunehmen „all along the southbound odysee“ die Fahrt führt weiter zur IIIm die auch 2 Takte bekommt „the train pulls out at Kankakee“.

Dann kommt eine überraschende, sehr schöne Wendung hin zu einem ersten kleinen Höhe- punkt „rolls along past houses farms and fields“ V-II. „Fields“ ist ein sehr schöner Moment, den ihr euch merken solltet ihr hört nämlich den sehr wichtigen dorischen Sound, den ein Akkord liefert, den wir noch nicht besprochen haben. Die II ist ein Durakkord! Im Kapitel Dorisch bespreche ich ausführlich was es mit dem dorischen Sound und dieser Stelle auf sich hat. Fürs erste geniesst einfach diese schöne helle Klangfarbe. Im weiteren Verlauf des pre chorus wird dann die Mollfahrt wiederholt und mit einer klassischen V7-I Verbindung beendet.

Eine weitere wunderschöne Stelle zum mitsingen ist dann der Start des Chorus:
„Good morning America how are you?“ so kann ein Chorus auf der IV klingen, mit der man im Vers sparsam umgegangen ist! Das bleibt Generationen von Hörern im Ohr kleben und ist eine echte Hookline.
Weiterhin erwähnenswert ist die letzte Zeile: I‘ll be gone 500 miles… auch hier hören wir einen Akkord den ich noch nicht erklärt habe, die bVII, sie gibt Kraft und ein rockiges Fee- ling, die bVII wird euch als wichtige harmonische Farbe noch häufiger begenen, hört euch erstmal diese Stelle auf ihr „Rockpotential“ hin an, vorallem den Wechsel von der II-bVII „I‘ll be gone 500 miles when the day is done“ , yeah
Also alles in allem: Der Song bekommt eine warme Empfehlug von mir für alle Lagerfeuer- virtuosen und Folkfans.

 

City of New Orleans

vers
I /V / I / I /
IVm / IV / I / V /
I /V / I / I /
VIm / V / I / I /
pre chorus
VIm / VIm / IIIm / IIIm
V / V / II / II VIm / VIm / IIIm / IIIm V / V7 / I / I chorus
IV / V / I / I VIm / IV / I / V7 I / V / VIm / II bVII / V V7 / I / I

vergleiche:

What a wonderfull world 5 7 / 1 / 3
I will 1 5 / 3
Crocodile Rock 5 3 5 3 2 1 / 4 3 1 3 b7 b6 Next Generation 3 2 3 2 3 / 1 b7 1 b7 Help 3 / 5 b7 5 4 b3

Hard days night
If you leave me now 2 3 1 /4 b3 ..

I-IIIm-IVm-IIm-V-I John Brown‘s Body

IIIm-VIm-IIIm-VIm-IIm-V Can‘t buy me love Hook

IIIm-VIm-IIIm
Hard days night …when Im home